Δευτέρα, 19 Μαρτίου 2018 19:48

Arm im Aufschwung

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Arm im Aufschwung

Für die Touristen am Hafen von Piräus ist es gleich geschafft: Mit ihren Rollkoffern und Rucksäcken drängen sie durch die spätsommerliche Wärme zu den Anlegern, von hier geht es nach Paros, Naxos, Santorin, Kreta und wie die Inseln alle heißen. Wie es nur ein paar Meter weiter aussieht, interessiert die unbeschwerten Urlauber sicher nicht. Den Kleintransporter, den Erwin Schrümpf durch das Getümmel steuert, nehmen sie nicht wahr. Bis unters Dach ist der Wagen vollgepackt mit Hilfsgütern: Medikamente, Babynahrung, Windeln, Verbandsmaterial, medizinische Geräte. "Auf den ersten Blick pulsiert hier das Leben", sagt der Österreicher. "Aber das ist nur Fassade." Seit fünf Jahren versucht er mit seinem Verein Griechenlandhilfe die größte Not zu lindern.

Von , Athen

Die griechische Wirtschaft erholt sich, doch viele Bürger können sich kaum ihr Essen leisten. Erwin Schrümpf, der Bedürftigen hilft, sagt: "Die Not wird immer größer."

Ein kleiner Park inmitten des Hafengeländes, "hier leben sie", sagt Schrümpf. Zwölf Menschen bevölkert die Grünanlage, doch es werden schnell mehr. Einige sitzen auf Bänken, anderen gehen ziellos umher. Sie kommen in der Hoffnung auf eine warme Mahlzeit. Etwas abseits rührt Myrto mit einem Holzlöffel in zwei großen Kochtöpfen. Einmal in der Woche baut die 22-jährige Studentin mit einigen Kommilitonen hier einen Gaskocher auf, heute kochen die jungen Leute Huhn in Zitronensoße, dazu gibt es Reis und grünen Salat. "Angefangen haben wir vor zwei Jahren, um die Flüchtlinge zu versorgen, die damals zu Tausenden am Hafen von Piräus gestrandet waren", sagt Myrto.

Die Flüchtlinge sind längst weg, sie leben jetzt in staatlichen Lagern am Stadtrand. Geblieben sind die griechischen Obdachlosen. "Und es werden immer mehr", sagt Schrümpf. 500 Schlafsäcke hat sein Verein bereits verteilt. Von denen, die heute zum Essen kommen, weiß er genau: "Für viele hier ist es die einzige warme Mahlzeit in der Woche."

 Auch Makis ist hungrig. "32 Jahre bin ich zur See gefahren", erzählt der 61-Jährige, "zuletzt auf einer Fähre. 2013 ging die Reederei in Konkurs, seitdem bin ich arbeitslos." Als nach zwei Jahren die letzten Ersparnisse aufgebraucht waren, verlor Makis auch seine Wohnung. Jetzt lebt er am Hafen, was er besitzt, passt in seinen Rucksack. In vier Jahren hofft der Seemann auf eine Rente: "Viel wird es nicht sein, vielleicht 400 Euro, aber das reicht hoffentlich für ein Dach über dem Kopf."
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